Rezension zum Roman "Aprilgewitter " von Iny Lorentz

Aprilgewitter - so unterhaltsam kann Lesen sein - ‚© Birgit H / PIXELIO'
Aprilgewitter - so unterhaltsam kann Lesen sein - ‚© Birgit H / PIXELIO'
Der historische Roman "Aprilgewitter" von Iny Lorentz ist eine gelungene Neuerscheinung, die nicht nur den Fans gefallen wird.

Bei dem neusten Werk von Iny Lorentz mit dem Titel „Aprilgewitter“ handelt es sich um die Fortsetzung von dem historischen Roman „Dezembersturm“. Ihr Roman erschien im August 2010 im Knauer Taschenbuch Verlag in München.

Was kann der Leser inhaltlich von diesem Roman erwarten?

Die Handlung spielt in Berlin des 19.Jahrhunderts. Wie auch im ersten Roman spielen eine junge Frau Namens Lore und ihr Ehemann Fridolin die Hauptrollen. Das junge Ehepaar will sich in Berlin häuslich niederlassen, da Fridolin einen einflussreichen Posten in einem Bankhaus angenommen hat. Aufgrund einer Intrige wird Lore nicht von den Damen der Gesellschaft eingeladen, sondern gemieden und so entstehen die ersten Probleme für die junge Ehe. Lore, die eine begabte Schneiderin ist, eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin ein Modegeschäft, wobei sie finanziell auch von Fridolin unterstützt wird – ein Traum geht für sie in Erfüllung. Doch nach und nach missfällt Fridolin die Idee, dass Lore Teilhaberin in einem Modesalon ist, da er um ihren sowie seinen guten Ruf und um seine berufliche Karriere fürchtet. Aber auch Fridolin hat einige Geheimnisse, von denen Lore nichts wusste. Spätestens als seine alte Bekannte auftaucht, die Besitzerin des Edelbordells Le Plaisir, kriselt es immer mehr in ihrer Ehe. Im Laufe der Geschichte entfernen sich die beiden immer mehr voneinander, aber Schicksalsschläge verbinden oder etwa nicht?

Was ist das Besondere an diesem Roman und wie hat es die Autorin umgesetzt?

Alles in allem präsentiert die Erfolgsautorin Iny Lorentz wieder einmal ein gelungenes Werk, das so spannend ist, dass man das Buch nicht so schnell aus der Hand legt und immer weiter lesen will. Wie in allen Romanen der Autorin steht eine junge, mutige, charakterstarke und entschlossene Frau im Mittelpunkt. Ihr Charakter wird authentisch sowie ausreichend vorgestellt und die Autorin geht auch in ausreichendem Maße auf die anderen Charaktere ein, so dass ihr Werk an Glaubwürdigkeit gewinnt. Das einzige Manko ist, dass bei den Charakteren streng nach Gut und Böse unterschieden wird und die Hauptfiguren keine menschlichen Fehler oder Schwächen besitzen.

Kurz aber schlüssig und überzeugend baut die Autorin die Handlung mit glaubhaften Spannungsmomenten auf. Mit wenig Kitsch, aber viel Authenzität gewinnt das Buch an Dramaturgie und macht mehr Spaß beim Lesen als sein Vorgänger. Man fühlt mit den Charakteren und wird ein Teil der Geschichte. Wieder einmal gelingt es der Autorin, historische Geschehnisse mit erfundenen Geschichten zu einem schlüssigen Ganzen zu verbinden.

Als Leser erhält man einen interessanten Einblick in die Berliner Gesellschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem kann man erahnen, was sich hinter den Kulissen abspielte – wie man versuchte die Moralvorstellungen der damaligen Zeit zu umgehen.

Neben ihren besten Roman „Die Wanderhure“ und „Die Goldhändlerin“ ist auch dieser Roman äußerst gelungen. Ein Werk von literarischer Qualität. Wenn man den Roman gelesen hat, freut man sich schon sehr auf eine Fortsetzung oder einen anderen fesselnden Roman der Autorin.

Bildnachweis: © Birgit H /PIXELIO.de

Iny Lorentz: Aprilgewitter. Knaur Taschenbuch, August 2010. ISBN: 978-3-426-50414-7, Taschenbuch. 713 Seiten, Euro 9,95.

Anja Kegel, anja

Anja Kegel - Erst seit kurzem schreibe ich für suite101 Artikel. Von 2006 bis 2009 habe ich meinen Bachelor of Arts Politik und Verwaltung (im Nf: ...

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